Sonntag gegen halb Zehn – das frühe Erwachen auf einem roten Sofa und eine etwas ungemütliche Nachtwache mit GameSports Moderator Julian Koldeway. Im Dezember 2006 sollte in Bremen mit der Dimension6 eine der größten Lanparties stattfinden und ungefähr 2800 zockwütige Gestalten fanden sich in der verdunkelten Messehalle 5 ein. Nebenan auch die Eventhalle mit verschiedensten Ausstellern wie der ESWC Germany, starComa und Razer. Während sich die Spieler in ihrer Kellerumgebung scheinbar wohl fühlten, sollte es in der angesprochenen Nachbarhalle etwas lauter zugehen. Neben diversen Showacts wie Jan Hegenberg, der scheinbar immer in der Gegend zugegen ist, machten vor allem eine nervige Ansage (alle fünf Minuten ertönte die Stimme von dem Typen: „Raaaaaaaaaazzzzzoooooorrr“) und die anschließend abgefeuerte Sirene die Arbeit regelrecht unerträglich. Gut, dass die Spieler dabei auch Bühnenmatches für das angebotene ESWC-Qualifier absolvieren durften, es aber im Endeffekt doch recht locker hingenommen haben.
Etwas anders sah es hingegen im ESWC-Team aus: Eine total übermüdete Regie und zickige Admins reagierten auf ein gut gemeintes „Gude Laune“ eher gereizt. Und auch die nächtlichen zwei Stunden Erholungsschlaf trugen nicht gerade zur Besserung bei – nach zwei kurzen Nächten und der Nachtwache am Stand am letzten Abend schlief ich sogar in einem Satz ein. Bei einer Runde Trackmania meinte ich: „Ey Julian, aufm Klo war grad so ein Typ… zZzZzZzZz“ Nach zwei Minuten fragte er mich dann, was denn nun gewesen sei – und ich meckere ihn voll, er würde nie zuhören
Eine andere Stresssituation für Mensch und Maschine ist auch die alljährliche GamesConvention in Leipzig. Dort gibt es eben nicht nur die neuesten Spiele und eine große Party – auch die „Idole“ des eSports sind hautnah zu beobachten und teilweise zum anfassen. Für den Zuschauer ist es natürlich immer ein Erlebnis dem Spieler über die Schulter sehen zu können, anstatt in großer Entfernung hinter einem Plexiglasgefängniss stehen zu müssen. Für die Spieler bedeutet es, gute Kopfhörer dabei zu haben und neben dem spielerischen Druck auch die Lautstärke auszuhalten. Einen guten Ansatz fand man in diesem Jahr auf der ESWC in Paris. Dort absolvierten die Teams teilweise ihre Spiele direkt auf der Bühne, ausgestattet mit einem 2kg schweren Helikopter-Headset und einem Voicetool in Benutzung ging zwar die eigentliche „Lanatmosphäre“ flöten aber man konnte konzentrierte und genaue Ansagen machen.

Quaker av3k auf dem ESWC (Quelle: readmore.de)
Doch nicht nur das „Wie?“ ist bedeutend in Sachen Ruhe und Konzentration, auch die Art und Weise spielt dabei eine Rolle. Während die meisten Spieler Techno oder elektronische Musik bevorzugen, braucht der deutsche mTw-Spieler Cold.Dream klassische Musik – in einem Spiel gegen Fire_de könne er gegen einen potentiellen Towerrush nur bestehen, wenn die eine oder andere Symphonie von Bach oder Mozart läuft.

Mit Klassik zum Erfolg
Am Ende könnte man sagen: Den Zuschauer freut es, wenn ihm eine gute Show geboten wird – der Spieler erledigt seinen Job und hat hoffentlich ein gutes Headset parat. Was den Counter-Strike Spieler freut und motiviert, ist für den ruhigeren Strategiespieler ein mittel-großes Hindernis.
Juli 17, 2007 um 5:42 |
yeah geht doch ab wie sau der Beitrag
Juli 27, 2007 um 1:14 |
Klasse Blog
weiter so!